Die türkische Invasion in Nordsyrien

Hintergründe, Akteure, strategische Ziele

 

Das Münchner Bündnis gegen Krieg und Rassismus und das Münchner Solidaritäts-Bündnis Kurdistan veranstalten ein virtuelles Podium mit Online-Livestream am 4. Dezember 2020 um 19:00 Uhr

Teilnehmer sind:

 

Ferda Cetin, Mitglied des Kurdischen Nationalkongresses in Brüssel Ayten Kaplan, Autorin, Kurdisches Gesellschaftszentrum NAV-DEM

 

Die Moderation übernimmt:

Heinz Michael Vilsmeier vom Münchner Bündnis gegen Krieg und Rassismus

 

Mit dem Rückzug der US-Streitkräfte aus Syrien im Oktober 2019 gab US-Präsident Donald Trump

dem türkischen Präsidenten Erdogan das Signal, dass die USA einem weiteren militärischen Vorrücken der türkischen Armee auf syrischem Gebiet nichts entgegensetzen würden. Es war klar, dass sich das Vorgehen der Türkei vor allem gegen die in Nordsyrien lebenden Kurden richten würde, die bis dahin an der Seite der USA gegen den IS gekämpft hatten.

Der US-Präsident lieferte die Menschen in der Demokratischen Konföderation Rojava ans Messer und gab Erdogan freie Hand für den Einmarsch türkischer Truppen in das auf syrischem Gebiet gelegene Afrin. Im Oktober 2019 folgte die völkerrechtswidrige Invasion und Besetzung weiterer kurdischer Gebiete in Nordsyrien durch türkische Truppen und der mit ihnen verbündeten islamistischen Söldnern.

 

Ferda Cetin wird die Hintergründe, Motive und strategischen Ziele der beteiligten Akteure analysieren. Dabei wird er auch den aktuellen Konfrontationskurs der Türkei gegen Griechenland behandeln.

 

Ayten Kaplan wird auf den Femizid in der Türkei eingehen und das Projekt Rojava vorstellen, insbesondere den Aufbruch der Frauen gegen patriarchale Strukturen. Sie wird die  Frage behandeln, warum die beteiligten Staaten die Demokratische Föderation Rojava als massive Bedrohung betrachten.

 

Fragen im Fokus der Veranstaltung:

  • Wie hat sich die Situation nach der türkischen Invasion in Nordsyrien entwickelt?
  • Welche Interessen verfolgen dabei die EU, insbesondere Deutschland?
  • Wie wirkt sich das bevorstehende Ende des Vertrags von Lausanne auf die Außenpolitik
    der Türkei aus?
  • Wie entwickelt sich das basisdemokratische Gesellschaftsprojekt in Rojava und was
    hat sich für die Frauen verändert?
  • Ist das Projekt der Demokratischen Föderation Rojava ein Modell für andere Länder und eine gesellschaftliche Alternative zum Kapitalismus?

 

Veranstalter:

Münchner Bündnis gegen Krieg und Rassismus

Münchner Solidaritäts-Bündnis Kurdistan